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scharfes Pflaster

Ich bin hier in Mexiko – im tiefsten Mexiko.

Die Ganghart hier ist ein wenig rauher als sonstwo. Man findet hier schnell Freunde – vor allem Amerikaner oder Europäer, sogenannte Gringos. Und jeder weiss eine Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte wie gefährlich das Pflaster hier ist und wann er das
letzte Mal beraubt wurde …etc.

Vor zwei Tagen wurde hier jemand auf offener Straße erschossen – zwei Blocks von mir entfern – am hellichten Tag – ich hörte die Schüsse – 5 oder 6.

Tijuana ist nicht weit entfernt – gerademal 100km. Dort gibt es in Spitzenzeiten bis zu 4 Tote am Tag. Leichen, die eines unnatürlichen Todes das Zeitliche gesegnet haben.

Auf mich persönlich macht die Gegend hier keinen so unsicheren Eindruck. Doch bei einem kleinen Rundgang durch die Stadt wird einem dann schnell bewusst, dass hier für Geld alles, wirklich alles zu haben ist.

Von Medikamenten ohne Rezept (without prescription – dafür wird ganz offen geworben) … bis über Drogen und und und…

Sollte ich hier ungeschoren davonkommen?

Bis gestern glaubte ich schon. Doch heut früh das böse Erwachen. Kurz nachdem der Wecker klingelte spürte ich: da liegt was in der Luft.

Und als ich dann wie gewohnt die Leiter vom Schiff hinunterkletterte die knallharte Realität: statt meiner 2 Turnschuhe stand da nur noch einer.

Keine Frage – diesmal bin ich das Opfer.

Aber wer stiehlt nur einen Schuh? Nach einer kurzen scharfen Denkpause konnte ich  Das Täterfeld schnell auf alle einbeinigen Bewohner hier in Ensenada reduzieren.

Oder aber: der ständig zwischen den Booten umherstreunende Hund machte mir heute einen besonders frohen Eindruck. Der wird doch nicht …. !?!!!!

Wie auch immer, den geständigen Dieb werd ich wohl nie zu Gesicht bekommen.

 

Neue Bildergalerie: San Francisco

Einige Schnappschüsse von meinem Zwischenstop in San Francisco:

Ehrenrunde

Der Windgenerator heult und heult – ich kann es nicht mehr hören. Ich hab ihn eben festgebunden und abgestellt.

Dieses San Francisco ist ein Windloch – ein verdammtes Windloch!

Bin heute in den Genuß einer (unfreiwilligen) Ehrenrunde gekommen: einmal durch die Golden-Gate Bridge hinaus  – dann nach 2 Stunden wieder retour in die Bucht.

Geplant war Richtung Mexiko weiterzufahren. Aber Wind und Schwell machten mir einen Strich durch die Rechnung. Lt. grib-Files sollte es 5-10 Knoten an Wind geben. Aber auf offener See  bließ es dann mit 25 Knoten gegenan – zudem noch eine steile und ruppige See. Da war kein Weiterkommen möglich. Auch ein Aufkreuzen war bei diesen Bedingungen aussichtlos.

Windmäßig ist es in der Bucht auch nicht viel Besser – ständig diese Böjen. Aber wenigstens der Schwell ist erträglich und der Ankergrund gut.

Das Dinghi wird für die Weiterfahrt immer am Vordeck verstaut.

Dieses landklar zu machen kostet mich jedesmal 30 Minuten an Arbeit – und dann nochmals 30Minuten um dieses wieder seefest an Bord zu verzurren.

Dazu hab ich heut bei dieser Schaukelei keine Lust mehr – morgen wahrscheinlich auch nicht. Also kein Landgang – ich bleib an Bord und warte bis der Wind dreht (angeblich in 2 Tagen… hoffentlich!!!).

 

gefangen

Ich bin mir keiner Schuld bewußt – und trotzdem gefangen: in der Geiselhaft des Windes.

Für die nächsten Tage hat der Wetterbericht Südwind verkündet – das liegt genau in meiner Richtung. Also werd ich wohl noch ein paar Tage hier in San Francisco um die Häuser ziehen um dann bei der nächsten Nordwindphase Richtung Mexiko auszubrechen.

Hab mir übrigens heute das Gefängnis in meinem Gefängnis angesehen:   Alcatraz  – sehenswert und beeindruckend!

is it safe here?

Es gab ein paar Fragen mit dem Zoll zu klären. Zu diesem Zweck wurde ich auf die hiesige Station gebeten. Die liegt etwas außerhalb und abgelegen.

Aber lt. Google-Maps ja alles kein Problem: ein paar Stationen mit dem Bus – dann ein kurzes Umsteigen auf die Subway – dann wieder Bus und zum Abschluß noch ein längerer Fußmarsch.

Doch nach der letzte Busstation wurde die Gegend immer verlassener und und heruntergekommener. “Is it safe here?” fragte ich einen leicht eingerauchten am Boden sitztenden Bettler. Doch der gab nur karg zu Antwort: “don’t worry – these guys out there won’t kill you – they just want your money”.

Das klang ja nicht gerade ermunternt. Die restliche Strecke legte ich dann doch besser im Laufschritt zurück und konnte alles klären.

Erleichtert mischte ich mich dann den Rest des Tages unter’s Touristenvolk.

 

 

 

 

 

Achtung Geheimtip: einsame Ankerbucht

Eine  einsame Ankerbucht inmitten von San Francisco – nein kein Scherz!
Aber es ist so – ich bin das einzig bewohnte Schiff hier in dieser Bucht.

Eine Bucht wie sie strategisch besser nicht liegen könnte. Steuerbords schau ich direkt auf Alcatraz – und backbords bei Vollmond ein wunderschöner Blick auf die Metropole.

 

 

Lt. Revierführer muß für diese künstlich angelegte Ankerbucht eine Vorreservierung vorgenommen werden. Ich wollte diesmal kein Risiko eingehen und meine Schwester organisierte mir diese.

 

Prompt erhielten wir die Rückbestätigung: 5 Tage zu je 10,- Dollar – und ein unbeschwerter Aufenthalt in San Francisco schien gesichert.

Jedoch bereits bei der Reservierungsnummer wurde ich ein wenig stutzig:  APA01 – klingt irgendwie nach dem ersten Boot.

Kaum vorstellbar, aber wie bereits erwähnt, ich liege nun schon die 2te Nacht hier und bin immer noch das einzig bemannte Schiff in der Bucht.

 

San Francisco

In vielen Filmen hab ich sie schon bewundert. Ich spreche hier nicht von irgendeiner Brücke. Ich sprech hier von DER Brücke. Die Brücke, die wahrscheinlich bekannter ist als der Papst:  der “Golden Gate”.

Beeindruckend wie dieses Bauwerk aus dem Dunstnebel auftauchte. Nein – eigentlich erschien sie.

Und welch ein erhebendes Gefühl auf eigenem Kiel unten durchzusegeln!

Hier in San Francisco werd ich nun wahrscheinlich ein paar Tage vor Anker liegen.

Der Ankerplatz liegt wirklich perfekt: vor mir die Skyline und hinter mir Alcatraz.

Für morgen ist ein kleines Sightseeing Programm angesagt – gibt ja angeblich einiges zu sehen hier.  Und Zulumbus will noch unbedingt auf die Golden Gate Brücke spazieren um dann von ganz oben ins Wasser zu spucken. Blöde Idee – aber was tut man denn nicht alles seinem Eisbären zuliebe.

sportliches Segeln

Ein weiteres Etappenziel ist geschafft. Victoria, die Stadt am südlichen Ende von Vancouver Island (British Columbia), ist erreicht.

Die Fahrt hierher war wunderschön und abwechslungsreich.

Eigentlich wollte ich in einer nahegelegenen Bucht ankern – doch in letzter Sekunde entschied ich mich um und steuerte direkt in den Hafen.

Auf meiner Erledigungsliste standen einfach zu viele Dinge – und diese vor Anker liegend zu erledigen. Zig mal mit dem Dinghi an Land zu fahren schien mir dann doch zu mühsam.

In der Hafeneinfahrt staunte ich nicht schlecht als mir dieses Gefährt entgegenkam.

Und plötzlich wimmelte es um mich herum nur so mit diesen “Zwitterbooten” (halb Ruderboot hal Segelboot).

Wie ich dann später erfuhr, startete gerade eine spezielle Regatta in den hohen Norden Alaskas. Als Fortbewegung ist kein Motor erlaubt – also Segeln oder Rudern.

Zaht´s an  Jungs,  Alaska liegt noch ein ganzes Stück im Norden!

neue Bildergalerie: British Columbia

einige Schnappschüsse auf meiner Fahrt durch British Columbia

Schatz – wir reisen ab!

Ja, diese Worten hätte ich heut zu meiner Liebsten beim Morgenkaffe gesagt (wen sie denn nur hier wär …). Seit Tagen, nein, eigentlich seit Wochen regnet es in einem fort.

Mich hält hier nichts mehr. Ich habe viele schöne Ankerplätze gesehen und es gäb noch viel zu erkunden. Aber nicht umsonst nennt oder besser schimpft sich der Wald hier “Regenwald”.

Die Flagge weht stehts steil nach hinten und der Verklicker zeigt stramm Richtung Bug.

Also Wind von vorne. Seit Tagen schon aus Südost – genau meine Zielrichtung.

,Die schönen Ankerplätze schau ich mir dann am besten auf einer Homepage einer meiner befreundeten Yachten in diesem Revier an – z.B. auf der Homepage der Seenomaden Wolfgang und Doris  sind offensichtlich härter im Nehmen und haben mehr Standvermögen 😉

 

Ich starte mal die Maschine und hau hier ab – ab Richtung Süden!